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17 Mai, 2012
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01.DSC209170er Mercury Cougar

Sie sind auch in der hiesigen US-Car-Szene inzwischen recht häufig vertreten, die klassischen Mercury Cougars der ersten Generation – und offenbar sind auch hier nicht für jeden ausschließlich Exemplare im Originalzustand das Maß aller Dinge.

Georgj Bodgan, Duisburg

Von Armin Kußler, Fotos: Uwe Weber

 

Sicher, der Thron im Pony-Car-Olymp wird dem Ford Mustang vermutlich auf ewig sicher sein. Nicht nur, dass Lee Iacoccas geistiges Kind nach dem Debüt am 17. April 1964 (und damit erst sechzehn Tage nach dem Plymouth Barracuda) noch eine ganze Gattung Fahrzeuge prägen sollte, der Mustang ist auch als einziges Pony Car bis heute durchgehend in Produktion geblieben. Auch die Camaros und Firebirds von GM, die Challengers und Barracudas aus dem Chrysler-Konzern oder die Javelins von AMC haben rund um den Globus noch heute zahlreiche Freunde, und das sicher nicht zu Unrecht, aber die Fangemeinde, die sich weltweit um den Mustang schart, dürfte wohl unbestreitbar zahlenmäßig in Führung liegen.

So reizvoll gerade die frühen Mustang-Generationen mit all ihren verschiedenen Modellen und Varianten aber auch sein mögen, so wurde lange Zeit insbesondere auch in unseren Breiten doch immer wieder gerne übersehen, dass neben den bereits genannten Konkurrenten auch Fords „Lincoln-Mercury Division“ einst ein Pony Car im Programm hatte, das eine ganze Menge fürs Geld bot und sich zeitweise auch ausgesprochen gut verkaufte: den Mercury Cougar. Und das Zitat „Spät kommt ihr – doch ihr kommt!“ aus Schillers Wallenstein hat hier sicher auch keine Gültigkeit, denn die Arbeiten am Projekt mit dem Code T-7 begannen bereits im Dezember 1963 – zu einem Zeitpunkt, als die Serienproduktion des Mustang noch nicht gestartet war. Die meisten Mitbewerber waren da noch lange nicht am Start.

Interessant in dem Zusammenhang ist übrigens auch, dass es Ford-Werksaufnahmen vom Mai desselben Jahres gibt, auf denen das 1:1-Modell einer Designstudie, die zum Modelljahr 1965 als Mustang Fastback in Serie gehen sollte, den Namen „Cougar“ samt dem dazugehörigen Grillemblem trägt. Bei der Wahl des Namens für den T-5, wie der spätere Mustang werksintern hieß, war man sich offenbar noch immer nicht ganz sicher. Bei der Konzeption des Mercury Cougar, der dann erst im Oktober 1966 – nachdem der Mustang bereits zum ersten Mal überarbeitet worden war – als 67er-Modell auf den Markt kam, war man sich hingegen umso sicherer, dass das Auto zwar auf dem Ford-Pony-Car basieren, dieses aber keinesfalls lediglich kopieren sollte.

 

On the catwalk

 

Die eigentliche Aufgabe des Cougar, der nach dem Puma (auch Berg- oder Silberlöwe) benannt wurde, bestand auch eher darin, die Lücke zwischen dem Ford Mustang und dem Thunderbird zu schließen und mit „europäischen Stileinflüssen“ – wo immer die auch zu finden sein sollen – der wachsenden Importflut von Coupés wie den britischen Jaguar Einhalt zu gebieten. So teilte sich der Cougar, den es 1967 und 1968 nur als Hardtop-Coupé gab, dann zwar den größten Teil der Technik und das Chassis mit dem Mustang, doch letzteres hatte man zugunsten besserer Fahreigenschaften und großzügigerer Beinfreiheit für die Fondpassagiere um drei Zoll (ca. 7,5 cm) gestreckt. Verzichten musste man bei Mercurys Pony Car lediglich auf einen Sechszylindermotor, ansonsten bot die Optionsliste – bis auf elektrische Fensterheber – so ziemlich alles, was man von einem repräsentativen Coupé erwartete.

Das galt vor allem für den luxuriösen XR-7, dessen Bezeichnung eigentlich für „Experimental Racing“ und den Projektcode T-7 stand. Schnell konnten die Wildkatzen bei Bedarf allerdings wirklich sein, denn nachdem es bereits 1967 den 390-FE-Bigblock als Option gab, waren die Cougars nach und nach auch in verschiedenen Performanceversionen wie dem GT, dem XR7-G (das G stand für Mercury-Rennfahrer Dan Gurney) oder dem GT-E und mit nahezu allen leistungsstarken Ford-Triebwerken wie dem 427er Sideoiler oder dem 428er Cobra Jet zu haben. Mercurys Rechnung ging aber auch so in jedem Fall auf, denn das US-Magazin „Motor Trend“ kürte den Cougar 1967 zum „Auto des Jahres“, und allein in den ersten beiden Jahren fand das Pony Car rund eine viertel Million Käufer. Letztlich geriet der Cougar zwar genauso wenig europäisch wie es der Puma ist, nachdem er benannt wurde, gestört hat dies aber offenbar kaum jemanden …

Mehr im Street Magazine Nr. 2-2011 …

 

 

 

 


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